Doch, Sie als Person gibt es natürlich, aber selbst wenn Sie wollten, könnten Sie allein nie Publikum sein, ein Publikum ist immer eine Gruppe. Und das lesen Sie jetzt allein?

Also, an wen wenden wir uns, wenn nicht an ein Publikum.

Und wenn es kein Publikum gibt, gibt es keine Aufführung und wenn es keine Aufführung gibt, gibt es keine darzustellende Kunst? Und was sind wir dann? Sind wir dann nicht mehr Performerinnen oder Schauspieler? Nun ja, es gibt viel Arbeit, außerhalb der Aufführungen, vor den Aufführungen, Konzepte, Organisation, Proben, aber alles immer auf das eine Ziel hin: Die Aufführung. Aber wie geht diese Arbeit, wenn die Aufführung nicht feststeht?

Weder das Wann noch das Wie. Wir wissen, die Welt wird anders sein, aber wie anders? Und wie sollen wir dann wissen, was wir dann wem wie zeigen?

Also ja, wir arbeiten weiter, wir bereiten vor, wir bereiten nach, wir entwickeln Konzepte, schreiben Texte, planen??? Und versuchen, mit dieser Unsicherheit umzugehen, der neuen Unverfügbarkeit des Kalenders.

Und:  Nein, wir werden keine alten Videos als Ersatz zeigen, sondern wir setzen auf die Unersetzbarkeit und Einzigartigkeit der Aufführung und hoffen, wir sehen uns dann wieder.

Und nein, wir sind im Gegensatz zu vielen unserer Kolleg*innen nicht existentiell bedroht. Wenn Sie in dieser Situation Solidarität zeigen möchten, dann wenden Sie bitte Ihren Blick zu den Flüchtlingslagern in Griechenland und den anderen Orten, an denen es keine Absicherung, keinen Sozialstaat, ja, nicht einmal Wasser zum Händewaschen gibt.

 

Viele Grüße

 

Die Theaterwerkstatt Pilkentafel