Liebe Zuschauer

Der große Regisseur Peter Brook schreibt in seinem grundlegenden Buch „Der leere Raum“ 1968: „Ich kann jeden leeren Raum nehmen und ihn eine nackte Bühne nennen. Ein Mann geht durch den Raum, während ihm ein anderer zusieht; das ist alles, was zur Theaterhandlung notwendig ist.“

Und was passiert, wenn kein Mann und auch keine Frau auf der Bühne zu sehen ist? Wenn niemand da ist, kein Körper? Nur Bilder von Körpern? Kann das noch Theater sein? Und wie reden wir heute über Körper, wie sehen wir sie, wenn jeder die Anzahl seiner Bilder und Abbilder vervielfältigt, digitalisiert, veröffentlicht, manipuliert, bearbeitet? Wir sehen die Fotos, bevor wir die Menschen sehen, und Fotos von Menschen, die es gar nicht gibt, mit Idealkörpern, die es gar nicht geben kann...

Und was für Auswirkungen hat das auf unser Körpergefühl, unsere Selbstkonzepte und Identitäten, unsere Arbeitswelt? Was passiert mit der jungen Generation, die nicht nur mit, sondern in den neuen Medien und Netzwerken heranwächst?

Unter dem Titel „Körper - Projektion“ stellen sich gleich drei Produktionen auf sehr unterschiedliche Art und Weise diesen Fragen. Und weil wir die Diskussion und das Gespräch mit Euch, mit Ihnen, suchen, bieten wir nach den Aufführungen immer noch Raum, sich zu treffen, zu reden - von Mensch zu Mensch zu Mensch zu Mensch.