Liebe Zuschauer*innen,
Wasser ist das Element des Lebens. Wir selbst bestehen zum größten Teil aus Wasser. Wasser ist Grundlage der Landwirtschaft, unserer Ernährung. Im Wasser hat das Leben angefangen.
Das Wasser ist in einem ewigen Kreislauf, aber die Menge des auf der Erde vorhandenen Wassers bleibt gleich. Es ist nur die Frage, ob es gefroren, flüssig oder gasförmig ist, schmutzig oder sauber, salzig oder süß. Die Wachstumslogik macht hier gar keinen Sinn, sondern gefährdet das Wasser und damit die Grundlage unseres Lebens. Wir
verstehen nicht, wie gleichzeitig zu immer mehr Extremwetter und Überschwemmungen der Erhalt dieses Kreislaufs aus der öffentlichen Meinung und der Politik verschwinden können, obwohl die Folgen gerade erlebbar werden.
Wir verstehen nicht, wie wieder Wirtschaftswachstum als Lösung in einer Welt im Kreislauf gesehen werden kann. Wir verstehen nicht, wie wir gleichzeitig dieses Element unseres Lebens zerstören können und trotzdem alle in den Ferien ans Meer wollen. Deshalb könnte das Motto auch sein: Vom Wasser Kreislauf lernen.
Aber nicht nur der Kreislauf des Wassers ist in Unordnung geraten – auch das Geld scheint nicht zu zirkulieren, sondern von unten nach oben zu fließen: die Verteilung von Reichtum wird immer ungerechter. Und wenn Kunst ein Grundnahrungsmittel ist (was wir natürlich meinen), dann wollen wir niemanden durch den Preis ausschließen und stellen unser solidarisches Preissystem noch breiter auf: Wir führen eine Karte für 6,– für die ein, die es sich sonst nicht leisten könnten. Diese gibt es ausschließlich an der Abendkasse. Das wiederum können wir uns nur leisten, wenn es auch Menschen gibt, die bereit sind, 24,– oder 30,– zu zahlen und so die Vergünstigungen für die anderen auffangen. Auch das Geld soll doch fließen, mit der Schwerkraft von oben nach unten und nicht mit dem Neoliberalismus von unten nach oben.
Elisabeth Bohde

