Die gute Nach­richt!

Zuver­sicht fällt schwer in die­ser Zeit, aber hier ent­steht gera­de eine Per­spek­ti­ve:

Tschüss, Tech-Mil­li­ar­dä­re! hieß ein Work­shop, der in Koope­ra­ti­on mit der CVO-Buch­hand­lung, dem Tiger­berg e.V. und dem Cha­os Com­pu­ter Club Flens­burg in der Thea­ter­werk­statt Pil­ken­ta­fel am 18.10.  mit 35 Teilnehmer*innen aus Kul­tur­in­sti­tu­tio­nen und Initia­ti­ven und Inter­es­sier­ten statt­fand. Der Titel ist wört­lich zu neh­men, wir wol­len unse­re digi­ta­le Sou­ve­rä­ni­tät zurück­ge­win­nen und die Macht der Tech-Mil­li­ar­dä­re zumin­dest nicht noch ver­grö­ßern und zum Umzug auf Mast­o­don ein­la­den. Für alle, die die Unbe­quem­lich­keit, die das mit sich bringt, scheu­en noch mal zwei Argu­men­te aus der Dis­kus­si­on:

  1. Poli­tisch: Die gro­ßen Tech-Kon­zer­ne gefähr­den unse­re Demo­kra­tie. Die Algo­rith­men beför­dern Empö­rung, Hass und Skan­da­li­sie­rung. Alle bekom­men nur die Infor­ma­tio­nen, die ihrer Mei­nung ent­spre­chen, auch wenn es Fake News sind. Ihr Ziel ist es, User*innen so lan­ge wie mög­lich zu hal­ten, also süch­tig zu machen. Sie sind eng mit der Trump-Regie­rung und deren Poli­tik ver­ban­delt. Sie gestal­ten pri­vat­wirt­schaft­lich und mono­po­lis­tisch angeb­li­che „Öffent­lich­kei­ten“. Dazu kann man viel lesen – wir emp­feh­len in die CVO-Buch­hand­lung zu gehen.
  2. Per­sön­lich: Wir geben unse­re Daten weg und wis­sen nicht, was mit ihnen pas­siert, ver­lie­ren also unse­re digi­ta­le Sou­ve­rä­ni­tät und meh­ren den Reich­tum der Tech-Mil­li­ar­dä­re; wir sind nicht die Kund*innen, son­dern die Ware.

Die am Work­shop Betei­lig­ten haben Fol­gen­des ver­ab­re­det und laden herz­lich und dring­lich ein, sich uns anzu­schlie­ßen.

Wir ver­fol­gen die Stra­te­gie +1, also nicht den sofor­ti­gen Aus­stieg aus Ins­ta und Co, son­dern den Ein­stieg in ande­re Kanä­le und Platt­for­men des Fedi­ver­se, also Open-Source-Pro­gram­men, die nie­man­den bzw. uns allen gehö­ren.

Kon­kret stei­gen wir bei Mast­o­don, das einen Ersatz für die kom­mer­zi­el­len „sozia­len Netz­wer­ke“ bie­tet ein. Der Cha­os Com­pu­ter Club Flens­burg bie­tet Hil­fe­stel­lung für den Anfang. Jeden Diens­tag um 19:00 ist Open Space Diens­tag in der Apen­ra­der Str. 49 und am di.day, an wech­seln­den Orten der nächs­te ist am Sonn­tag, 8.11. von 15:00 bis 18:00 im Offe­nen Kanal.

Eine ers­te Anlei­tung fin­det ihr hier:

Die Kulturveranstalter*innen kön­nen ihre Ter­mi­ne bei Kul­tur­bytes ver­öf­fent­li­chen, einem frei­en Ange­bot.

Dies ist alles kein Ergeb­nis, son­dern ein Pro­zess, an dem sich alle betei­li­gen kön­nen. Die Thea­ter­werk­statt Pil­ken­ta­fel bleibt Ansprech­part­ner, bis sich eine Struk­tur gefun­den hat. Anfra­gen und Inter­es­se bit­te an oder wir sehen uns gleich auf Mast­o­don.

Die Über­macht der Tech-Mil­li­ar­dä­re scheint gigan­tisch, aber die Leh­re poli­ti­scher Bewe­gun­gen besagt, dass 3,5 % der Bevöl­ke­rung eine Ver­schie­bung des Dis­kur­ses schaf­fen kön­nen, wenn sie breit auf­ge­stellt und stra­te­gisch klug agie­ren. Fri­days for Future hat das gezeigt. Wenn von 90.000 Flens­burgs Einwohner*innen 70.000 in den soge­nann­ten sozia­len Netz­wer­ken unter­wegs wären, dann müss­ten wir 2450 Men­schen ins Fedi­ver­se brin­gen, um so eine kri­ti­sche Schwel­le zu sprin­gen. Wir haben das Ziel mit so vie­len regio­na­len Insti­tu­tio­nen, Initia­ti­ven und Läden zu Mast­o­don zu gehen, dass es rich­tig infor­ma­tiv & attrak­tiv wird! Das soll­te doch zu schaf­fen sein.

Also über­win­det euch.

Mit soli­da­ri­schen Grü­ßen
Die Thea­ter­werk­statt Pil­ken­ta­fel