Spiel­plan 26/03

Wir wissen es alle: Theater hat keine Handlungsmacht, Theater kann nicht „die Welt“ verändern. Im Gegenteil, wie alle anderen auch, müssen wir die Verdunklung dieser Welt aushalten. Aber was ist mit der inneren Welt, dem was wir von der Welt wahrnehmen, wie wir uns in der Welt empfinden, wie wir die Welt in uns empfinden …

Lie­be Alle

Wir wis­sen es alle: Thea­ter hat kei­ne Hand­lungs­macht, Thea­ter kann nicht „die Welt“ ver­än­dern. Im Gegen­teil, wie alle ande­ren auch, müs­sen wir die Ver­dunk­lung die­ser Welt aus­hal­ten. Aber was ist mit der inne­ren Welt, dem was wir von der Welt wahr­neh­men, wie wir uns in der Welt emp­fin­den, wie wir die Welt in uns emp­fin­den …

Und an die­ser Welt­wahr­neh­mung arbei­tet Thea­ter immer. Es kann ein Labor, ein Erfah­rungs­raum, eine Begeg­nungs­stät­te sein, in der wir die gemisch­ten Gefüh­le erle­ben, tei­len, reflek­tie­ren kön­nen. Es gibt so vie­le Grün­de wütend zu wer­den, aber auch ängst­lich, ver­wirrt, über­for­dert, empört, hilf­los, müde, abge­stumpft… Wir kom­men hin­ter den Nach­rich­ten, die wir lesen und den Erfah­run­gen, die wir damit machen, kaum mehr hin­ter­her, sind oft nicht mehr in der Lage, das alles zu ver­ar­bei­ten, ein­zu­ord­nen oder auch nur zu füh­len. Die­se sich ver­dun­keln­de Welt über­for­dert uns emo­tio­nal. Wel­che Gefüh­le sind ange­mes­sen? Viel­leicht lei­den wir alle unter Gefühls­er­schöp­fung?

Aber poli­ti­sche Ein­stel­lun­gen und Hand­lun­gen spei­sen sich eben nicht nur aus Fak­ten, Mei­nun­gen, Erkennt­nis­sen, son­dern aus Gefüh­len. So laden wir ein, die­se zu erle­ben, zu tei­len, zu sor­tie­ren, um dann viel­leicht auch zu neu­en Akti­vi­tä­ten zu kom­men.

Die ver­schie­de­nen Auf­füh­run­gen die­ses Spiel­plans ver­bin­det trotz der unter­schied­li­chen The­men und Ästhe­ti­ken die Suche nach einer Hal­tung, einem Gefühl, einem Umgang und decken Gefühls­la­gen auf, die sonst im Ver­bor­ge­nen blei­ben. Aber die ver­bor­ge­nen Gefüh­le bestim­men uns mehr als die, die wir ken­nen und wahr­neh­men.

Übri­gens: die Far­big­keit die­ses Spiel­plans folgt dies­mal nicht nur ästhe­ti­schen und the­ma­ti­schen Grün­den, son­dern ist auch so gemeint – als Zei­chen der Soli­da­ri­tät und Empa­thie mit der Quee­ren Com­mu­ni­ty.

Eli­sa­beth Boh­de