PETITION UNTERSCHREIBEN: Über­re­gio­na­le Struk­tu­ren der frei­en dar­stel­len­den Küns­te in Gefahr!

Hier geht es zur Peti­ti­on und Unter­schrift ! https://www.change.org

Das Pro­blem

Sehr geehr­ter Herr Wei­mer, 
sehr geehr­ter Herr Leh­mann,
sehr geehr­te Mit­glie­der des Aus­schus­ses für Kul­tur und Medi­en des Deut­schen Bun­des­tags, 
sehr geehr­te Frau Klein, sehr geehr­ter Herr Raba­nus, sehr geehr­te Frau Göring-Eck­hardt, sehr geehr­ter Herr Gysi, 
sehr geehr­te Kul­tur­mi­nis­te­rin­nen und Kul­tur­mi­nis­ter der Län­der,
sehr geehr­te Damen und Her­ren,

mit Unver­ständ­nis und Fas­sungs­lo­sig­keit müs­sen wir zur Kennt­nis neh­men, dass den frei­en dar­stel­len­den Küns­ten auf Bun­des­ebe­ne mit einem Schlag wich­ti­ge struk­tu­rel­le Mit­tel in Mil­lio­nen­hö­he ent­zo­gen wer­den, wäh­rend gleich­zei­tig von einem Rekord­haus­halt für die Kul­tur die Rede ist.

Akteur:innen der frei­en dar­stel­len­den Küns­te haben seit den 70er Jah­ren inter­na­tio­na­le Ein­flüs­se nach Deutsch­land geholt, waren Pionier:innen nicht nur für das Kin­der- und Jugend­thea­ter und ste­hen seit Jahr­zehn­ten für die ste­ti­ge Erneue­rung der deut­schen Thea­ter- und Tanz­land­schaft.

Die Arbeits­pra­xis der frei­en dar­stel­len­den Küns­te war dabei immer schon lokal ver­an­kert und glei­cher­ma­ßen über­re­gio­nal und inter­na­tio­nal aus­ge­rich­tet. Kopro­duk­tio­nen und Tou­ring sind und waren Garant für die Wirk­kraft wich­ti­ger Impul­se mit bun­des­wei­ter und inter­na­tio­na­ler Strahl­kraft seit den 1980ern bis heu­te.

Daher war es eine logi­sche Kon­se­quenz, dass vor rund 20 Jah­ren die fort­schrei­ten­de Pro­fes­sio­na­li­sie­rung der Sze­ne zur Grün­dung von über­re­gio­na­len Bünd­nis­sen und Zusam­men­schlüs­sen führ­te, die für die­se beson­de­re Arbeits­pra­xis trag­fä­hi­ge und nach­hal­ti­ge struk­tu­rel­le Grund­la­gen bil­de­ten.

Eben­so erhielt der Aus­tausch zwi­schen den ver­schie­de­nen kul­tur­po­li­ti­schen Ebe­nen auf kom­mu­na­ler, Lan­des- und Bun­des­ebe­ne eine neue Qua­li­tät, da auch in die­sem Bereich neue Rah­men­be­din­gun­gen für Wis­sens­trans­fer und Dia­log durch die ent­stan­de­nen Zusam­men­schlüs­se geschaf­fen wur­den. In der Fol­ge konn­ten För­der­pro­gram­me bedarfs­ori­en­tiert wei­ter­ent­wi­ckelt und büro­kra­ti­sche Abläu­fe ver­ein­facht wer­den. 

Die Sicht­bar­keit lokal ver­or­te­ter, bun­des­weit agie­ren­der Künst­le­rin­nen und Künst­ler wur­de durch die pro­duk­ti­ve Zusam­men­ar­beit von Fes­ti­vals, Pro­duk­ti­ons- und Tanz­häu­sern sowie Frei­en Thea­tern mas­siv gestei­gert. Ers­te För­der­pro­gramm wie das Natio­na­le Per­for­mance Netz tru­gen die­ser Ent­wick­lung Rech­nung. So fan­den bun­des­weit rele­van­te Dis­kur­se Ein­gang in die Struk­tu­ren. Wis­sens­trans­fer über den eige­nen regio­na­len Kon­text hin­aus und gegen­sei­ti­ge Qua­li­fi­zie­rung unter­stüt­zen die Schär­fung und Pro­fil­bil­dung zahl­rei­cher Insti­tu­tio­nen.

Mit der För­de­rung des Bünd­nis­ses inter­na­tio­na­ler Pro­duk­ti­ons­häu­ser durch den Bund sowie der Eta­blie­rung des För­der­pro­gramms ‚Ver­bin­dun­gen för­dern’ beim Bun­des­ver­band Freie Dar­stel­len­de Küns­te, des För­der­pro­gramms „Tanz­pakt Stadt-Land-Bund“ und von ‚explo­re dance – Netz­werk Tanz für jun­ges Publi­kum’ wur­de die­ser über­re­gio­na­len Arbeits­pra­xis und damit den beson­de­ren Struk­tu­ren der frei­en dar­stel­len­den Küns­te Rech­nung getra­gen. 

Ein umfas­sen­der Sys­te­ma­ti­sie­rungs­pro­zess war der Ein­füh­rung von ‚Ver­bin­dun­gen för­dern’ vor­aus­ge­gan­gen. Auf­grund der bedarfs­ge­rech­ten Aus­ge­stal­tung und der wert­vol­len Hin­wei­se aus dem poli­ti­schen Raum ist ein Pro­gramm ent­stan­den, das nicht nur die vor­han­de­nen Struk­tu­ren* end­lich finan­zi­ell unter­füt­ter­te, son­dern das zudem Akteur:innen der frei­en dar­stel­len­den Küns­te in struk­tur­schwa­chen Regio­nen stär­ken konn­te. ‚explo­re dance’ ermög­licht es Kin­dern und Jugend­li­chen, unab­hän­gig von ihrem Wohn­ort oder sozia­len Hin­ter­grund zeit­ge­nös­si­schen Tanz als Kunst­form zu erle­ben sowie am künst­le­ri­schen Pro­zess teil­zu­ha­ben. Auf die­se Wei­se konn­ten Regio­nen, in denen die frei­en dar­stel­len­de Küns­te oft­mals der ein­zi­ge Zugang zu Kunst und Kul­tur sind, Anschluss an die bun­des­wei­ten Dis­kur­se erhal­ten. Gleich­zei­tig konn­ten wich­ti­ge neue Impul­se aus die­sen Regio­nen über­re­gio­nal Beach­tung fin­den.

Das Bünd­nis inter­na­tio­na­ler Pro­duk­ti­ons­häu­ser wirk­te sich eben­falls sehr posi­tiv auf regio­na­ler, bun­des­wei­ter und inter­na­tio­na­ler Ebe­ne aus, wie umfas­sen­de Eva­lua­tio­nen zei­gen. Die För­de­rung ermög­lich­te hier bei­spiels­wei­se die Pro­fes­sio­na­li­sie­rung eines gan­zes Berufs­zwei­ges (Aka­de­mie für Per­forming Arts Pro­du­cer) und damit auch inter­na­tio­na­le Anschluss­fä­hig­keit der deutsch­spra­chi­gen Sze­ne. 

Das abrup­te Ende der För­de­rung aller bestehen­den Bünd­nis­se trifft uns in einer Zeit der all­ge­mei­nen Kür­zun­gen von Kul­tur­för­de­rung, der Angrif­fe von rechts­extre­men und popu­lis­ti­schen Kräf­ten sowie der stei­gen­den Infla­ti­on mehr als hart. Es ist ein Kahl­schlag und ein Zei­chen voll­stän­di­ger Miss­ach­tung der beson­de­ren Bedeu­tung die­ser ele­men­ta­ren Säu­le der deutsch­spra­chi­gen Thea­ter- und Tanz­land­schaft.

Wir appel­lie­ren daher an Sie alle: 

Nut­zen Sie das kom­men­de Jahr, um den dro­hen­den immensen Scha­den abzu­fe­dern und im Zusam­men­spiel von Bund, Län­dern und Kom­mu­nen ein trag­fä­hi­ges För­der­mo­dell für die Bünd­nis­se der frei­en dar­stel­len­den Küns­te zu ent­wi­ckeln!

Wir for­dern zu die­sem Zweck und mit ver­bind­li­chem Man­dat einen regel­mä­ßig tagen­den Run­den Tisch mit Betei­li­gung von Vertreter:innen aller oben genann­ten Bünd­nis­se, von Expert:innen und aus­ge­wähl­ten Akteur:innen der frei­en dar­stel­len­den Küns­te, von Vertreter:innen der Kul­tur­mi­nis­ter­kon­fe­renz bzw. der AG der Länderreferent:innen, des BKM sowie von Vertreter:innen der Bun­des­ver­bän­de (Akti­on Tanz, Bun­des­ver­band Freie Dar­stel­len­de Küns­te, Dach­ver­band Tanz Deutsch­land, Assi­tej, Kom­pleXX, Bun­des­ver­band Zeit­ge­nös­si­scher Zir­kus), der bun­des­weit för­dern­den Insti­tu­tio­nen der frei­en dar­stel­len­den Küns­te (Fonds Daku, Natio­na­les Per­for­mance Netz, Tanz­pakt Stadt-Land-Bund, Kul­tur­stif­tung des Bun­des), sowie von der Kul­tur­stif­tung der Län­der und vom Deut­schen Städ­te­tag. 

Mit freund­li­chen Grü­ßen

Anne Schnei­der, Regis­seu­rin und Mode­ra­to­rin

(Ehe­ma­li­ge Geschäfts­füh­re­rin Bun­des­ver­band Freie Dar­stel­len­de Küns­te)

Das Pro­gramm ‚Ver­bin­dun­gen för­dern’ unter­stütz­te die Arbeit fol­gen­der über­re­gio­na­ler Zusam­men­schlüs­se:
Fes­ti­val­fri­ends
flau­sen+
FREISCHWIMMEN
Kom­pleXX Figu­ren­thea­ter
Netz­werk Frei­er Thea­ter
PERSPEKTIV:WECHSEL
pro­duk­ti­ons­ban­de — netz­werk per­forming arts pro­du­cers 
Tanz weit drau­ßen
United Net­works
Zir­kus ON

Erstunterzeichner:innen:

Akti­on Tanz – Bun­des­ver­band Tanz in Bil­dung und Gesell­schaft
Bünd­nis inter­na­tio­na­ler Pro­duk­ti­ons­häu­ser (Eige­ne Stel­lung­nah­me: https://produktionshaeuser.de/de/news#news-8882
Dach­ver­band Tanz Deutsch­land (Eige­ne Stel­lung­nah­me: https://www.dachverband-tanz.de/arbeitsfelder/kulturpolitischer-dialog
Dach­ver­band freie dar­stel­len­de Küns­te Ham­burg (Eige­ne Stel­lung­nah­me: https://dfdk.de/de/news/statement-bundeshaushalt-2026
explo­re dance e.V. (Eige­ne Stel­lung­nah­me: https://explore-dance.de/news-presse/wegfall-der-bundesfoerderung-2026-gefaehrdet-die-bundesweite-arbeit-fuer-junges-publikum-des-laenderuebergreifenden-netzwerks-explore-dance/
Fes­ti­val­fri­ends
Fes­ti­val OSTEN
fdk_sh — Lan­des­ver­band freie dar­stel­len­de Küns­te Schles­wig-Hol­stein
Figu­ren­thea­ter-Kol­leg, Bochum
FLUKKS+ e.V. — Bun­des­netz­werk Frei­er Spiel­stät­ten und Pro­duk­ti­ons­stät­ten der Dar­stel­len­den Küns­te in Stand und Land
Frei­schwim­men Netz­werk
HochX Mün­chen
ID_Frankfurt — Inde­pen­dent Dance and Per­for­mance
Kom­pleXX Figu­ren­te­ha­ter
LAFT Ber­lin – Lan­des­ver­band freie dar­stel­len­de Küns­te Ber­lin
LaFT – Lan­des­ver­band Freie Dar­stel­len­de Küns­te in Nie­der­sach­sen
LANZE — Lan­des­zen­trum Frei­es Thea­ter Sach­sen-Anhalt
LFTS — Lan­des­ver­band der Frei­en Thea­ter in Sach­sen
laPROF Hes­sen – Lan­des­ver­band Pro­fes­sio­nel­le Freie Dar­stel­len­de Küns­te Hes­sen
LV FDKB — Lan­des­ver­band freie dar­stel­len­de Küns­te Bran­den­burg
NFT Netz­werk Frei­er Thea­ter (Appell der frei­en dar­stel­len­den Küns­te: https://www.netzwerkfreiertheater.de/appell-der-freien-darstellenden-kuenste/
NRW Lan­des­bü­ro Freie Dar­stel­len­de Küns­te
United Net­works
PATHOS Thea­ter
PHOENIX Thea­ter­fes­ti­val
Pott­po­rus
Plat­ten­stu­fen-Fest­spie­le
pro­duk­ti­ons­ban­de — netz­werk per­forming arts pro­du­cers
Rat & Tat Kul­tur­bü­ro
Rodeo Fes­ti­val Mün­chen
tanz weit drau­ßen
Thea­ter­bü­ro Mün­chen
Zir­kus ON
Zwei Eulen – Büro für Kul­tur­kon­zep­te Ham­burg / Bünd­nis­part­ner von pro­duk­ti­ons­ban­de
Alex­an­dra Wai­er­stall, Cho­reo­gra­fin / Künst­le­ri­sche Lei­tung Noe­ma Dance Works, Düs­sel­dorf
Ame­lie Deufl­hard, Kamp­na­gel Ham­burg
andcompany&Co
And­ree Wen­zel, LURUPINA Fes­ti­val für Zir­kus­kunst Ham­burg
Anna Don­de­rer, Künst­le­ri­sche Lei­tung HochX Thea­ter und Live Art und rodeo Fes­ti­val Mün­chen; rat & tat Kul­tur­bü­ro
Anna K. Becker, Schwank­hal­le Bre­men
Anna Till, Cho­reo­gra­fin, Dres­den
Anna Wag­ner und Mar­cus Droß, Künstler:innenhaus Mou­son­turm Frank­furt a. M.
Anne­mie Vana­cke­re, HAU Heb­bel am Ufer Ber­lin
Anni­ca Hap­pich, Kul­tur­ar­bei­te­rin
Bar­ba­ra Fuchs, Künst­le­ri­sche Lei­tung von tanz­fuchs PRODUKTION
Béla Bisom, trans­mis­si­on
Ben J. Rie­pe, Cho­roegraph und Künst­le­ri­scher Lei­ter FREIRAUM Düs­sel­dorf und Schu­le des Erle­bens
Brig Hue­zo, Post-digi­ta­ler Cho­reo­gra­fin, Tanz­künst­ler*, Köln
Caner Teker
Care­na Schle­witt, HELLERAU – Euro­päi­sches Zen­trum der Küns­te Dres­den
Dr. Julia­ne Zell­ner, Direk­to­rin des Inter­na­tio­na­len Thea­ter­in­sti­tuts (Deut­sches Zen­trum)
Dr. Kers­tin Evert, K3 – Zen­trum für Cho­reo­gra­phie | Tanz­plan Ham­burg
Eli­sa­beth Boh­de und Tors­ten Schüt­te, Lei­tung Thea­ter­werk­statt Pil­ken­ta­fel, Flens­burg
Fang Yun Lo, Poly­mer DMT, Regis­seu­rin, Cho­reo­gra­fin, Dres­den
Fran­zis­ka Wer­ner, Künst­le­ri­sche Lei­tung Impul­se Fes­ti­val für Per­for­mance, Thea­ter & Tanz
Frau­ke Nie­mann, freie Pro­duk­ti­ons­lei­tung & Dra­ma­tur­gin, Pots­dam
Gabrie­le Oßwald & Wolf­gang Sau­ter­meis­ter, Performancekünstler:innen + Künst­le­ri­sche Lei­tung von Ensem­ble Divers, Mann­heim
Georg Schar­egg und Micha­el Mül­ler, Lei­tung TD, Ber­lin
Gob Squad Arts Coll­ec­ti­ve
Han­nah Bie­der­mann und Lisa Zehet­ner von pulk Fik­ti­on
Hein­rich Hor­witz
Ilo­na Schaal & Bas­tin Sis­tig, Thea­ter RAMPE, Stutt­gart
Ingri­da Ger­bu­ta­vičiū­tė, tanz­haus nrw Düs­sel­dorf
Johan­na Baum­gär­tel, Künst­le­ri­sche Lei­tung und Geschäfts­füh­rung zeit­rau­me­xit, Mann­heim
Johan­nes Frisch, Vor­stand Zir­ku­sON
Juli­an Pfahl, Fes­ti­val­fri­ends
Kath­rin Tie­de­mann, FFT Düs­sel­dorf
Kat­ja Son­ne­mann, Initia­to­rin Aka­de­mie für Per­forming Arts Pro­du­cer und Grün­dungs­mit­glied pro­duk­ti­ons­ban­de
Kat­rin Hyl­la, Schwank­hal­le Bre­men
Lau­ra Mar­te­ga­ni, Rat & Tat kul­tur­bü­ro, Mün­chen
Maren Bar­ni­kow, PHOENIX Thea­ter­fes­ti­val
Mat­thi­as Schul­ze-Kraft, Künst­le­ri­sche Lei­tung Licht­hof Thea­ter, Ham­burg
Mil­ler de Nobi­li, Choreograf:innen, Dres­den
Mir­jam Schmuck und Fabi­an Let­tow, kain­kol­lek­tiv
Nico­le Trö­ger, WUK Thea­ter Quar­tier, Hal­le
Oleg Zhu­kov und Kor­ne­li­us Hei­de­brecht von Sub­bot­nik
Ray­mond Liew Jin Pin
Rimi­ni Pro­to­koll
Rote Meie­rei (Char­lot­te Pfei­fer & Pas­cal Fuhl­brüg­ge)
Sarah Stüh­ren­berg
She She Pop, Per­for­mance Kol­lek­tiv, Ber­lin
Sil­via Wer­ner, Fes­ti­val­fri­ends
Ste­fan Hil­ter­haus, PACT Zoll­ver­ein Essen
Ste­fan Schön­feld, ATOLL Fes­ti­val Karls­ru­he
Ste­pha­nie Thiersch, Cho­reo­gra­fin, Künst­le­ri­sche Lei­te­rin MOUVOIR
Ute Grö­bel, HochX Thea­ter, Live Art, rodeo Fes­ti­val Mün­chen; Mit­glied im Kura­to­ri­um des Fonds Dar­stel­len­de Küns­te