Rum, Reklame und Rassismus

"Wildgewordene" Werbefeldzüge und die Geschichte des Flensburger "Pott-Negerlein"

Das als „POTT-Negerlein“ bezeichnete Maskottchen war in den 1950er und 60er Jahren der zentrale Markenbotschafter des seinerzeit größten deutschen Rumhandelshauses POTT aus Flensburg.

Im Gegensatz zu vielen anderen exotischen Werbefiguren bekam die kindliche Figur eine eigene „Stimme“, indem es sich in allerlei Texten an die Verbraucher*innen richtete. Auf diese Weise wurde über die grafische Darstellung hinaus ein fiktiver Charakter mit persönlichen Eigenschaften und biographischen Einzelheiten entwickelt. Wir sehen uns dieses Maskottchen nun noch einmal an, nicht um rassistische Klischees fortzuschreiben, sondern um sie zu zerschreiben.

Wir wollen herausfinden, wo wir den Nachfahren des „POTT-Negerleins“ heute noch begegnen.

Bis heute kursieren kolonial-ideologisch geprägte Muster in der hiesigen Werbelandschaft, die das Narrativ vom minderwertigen „Anderen“ fortschreiben und das Zusammenleben in einer modernen, pluralistischen Gesellschaft erschweren.

 


Marco Petersen ist  Historiker in der Schleswigschen Sammlung der Dänischen Zentralbücherei und Herausgeber des 2018 erschienen Sammelbandes Sonderjylland – Schleswig Kolonial.



Mit theatralischer Unterstützung von Torsten Schütte.

 

22. März, 20.00 Uhr


Eintritt

10,-- € für Förderer*innen  
  5,-- € für jede*n  
  3,-- € für Schüler*innen, Student*innen, Sozialpassinhaber*innen

 

Reservierungen können per Mail an info@pilkentafel.de getätigt werden.