Kafkas Heidelbeeren

Imaginäres Vokal- und Instrumentaltheater (2005)

In Kafkas Heidelbeeren scheinen alle Filme gerissen und immer wieder neu zusammengesetzt zu sein, die Linearität (deren angebliche Existenz sowieso eine lächerliche Behauptung ist) spielt an diesem Abend überhaupt keine Rolle. Getreu dem Gedanken Kafkas „... dass immer wieder alles neu ist, da es zu einer anderen Zeit an einer anderen Stelle scheinbar gleich wieder auftritt ...“ tauchen Texte von Henri Michaux, Roland Barthes und Franz Kafka immer wieder aus anderen Mündern, falschen Körpern und an anderen Orten auf.

 

Mit der Musik ist es ähnlich: Wer spielt? Sind es die Musiker oder ist es Playback? Zwei Lieder von Franz Schubert, „Täuschung“ und „Der Wegweiser“, helfen auch nicht weiter. Die Vokalisten haben einen Lautsprecher im Mund, so dass auch falsche Stimmen aus ihren „Leihkörpern“ kommen können.

Nicht computergesteuerte Hightech sondern fragile Lowtech wie Feedbackflaschen, obertonmodulierender Kochtopf, Mundlautsprecher, Telefonhörer, Staubsauger und von Spielzeugautos bewegte Lautsprecher erweitern die klanglichen Möglichkeiten des Ensembles.

 

Fragen stellen sich: Führt eine Fragmentierung von Unsinn zwangsläufig zu Sinn und umgekehrt die Fragmentierung von Sinn in jedem Fall zu Unsinn? Ein Stück voller richtig falscher Assoziationen, Irrwege und Stillstände.

 

Nur so viel bleibt sicher: Orientierungslosigkeit kann auch an Schönheit vorbeiführen.

 

"Resonanz"

Ein Künstlergespräch mit Matthias Kaul (L'ART POUR L'ART)

 

Ein zentraler Begriff in der Arbeit von Hartmut Rosa ist „Resonanz“. Man kann zu Recht behaupten, Matthias Kaul habe sein ganzes Leben diesen Begriff untersucht, ausprobiert, und reflektiert, war in Resonanz mit diversen Resonanzen.

Im Anschluss an das Konzert am Freitag, den 15.11., spricht Kathrin Fischer (Pressesprecherin der EUF und Koordinatorin von EINE UNI - EIN BUCH) mit Matthias Kaul über Resonanz als selbstverständlicher Teil jeder Tonerzeugung und im Sinne Hartmut Rosas.

 



Von und mit:

Astrid Schmeling, Michael Schröder, Matthias Kaul, Beate von Hahn, Ute Wassermann, Torsten Schütte

 

14. November/ 15. November (mit Künstlergespräch)

jeweils 20 Uhr

Die Aufführungen von Kafkas Heidelbeeren werden gefördert durch das Netzwerkprojekt Musik 21 Niedersachsen.