Schneller! Höher! Weiter so?

Liebes Publikum,


Der Kapitalismus versucht nichts, er scheitert nicht. Der Kapitalismus hat kein Ziel, an dem er scheitern kann. Er kennt nur Wachstum – egal wohin, egal warum. Der Kapitalismus muss wachsen, sonst funktioniert er nicht. Und er funktioniert!

 

Weil er nichts will, außer funktionieren und wachsen. Und das Wachstum funktioniert – egal wohin, egal warum.“ So hieß in unserer Produktion „Kleinere Melancholien“ 2018. Hartmut Rosa setzt sich in seinem Buch „Unverfügbarkeit“ mit der zerstörerischen Kraft aber auch der prinzipiellen Vergeblichkeit dieser Steigerungslogik, Beschleunigung und der ewigen Suche sich die Welt als Ressource anzueignen, auseinander und wirbt für die prinzipielle „Unverfügbarkeit“, die das Leben erst lebendig und resonant macht; “Wer deshalb behauptet, die Moderne werde vom Verlangen nach dem Höher, Schneller, Weiter getrieben, verkennt ihre strukturelle Realität. Es ist nicht die Gier nach mehr, sondern die Angst vor dem immer weniger, die das Steigerungsspiel aufrechterhält. Es ist nie genug… weil wir wie auf Rolltreppen nach unten stehen…. Es gibt keine Nischen oder Plateaus mehr, die es uns erlauben, innezuhalten oder gar zu sagen: „Es ist genug“.

Wir wissen nicht, ob das Flügelwesen auf Dürers berühmten Stich Melencolia I auch denkt „Es ist genug“ vorstellbar ist es. Auf jeden Fall hält es inne, steigt aus dem Getriebe der Welt aus stoppt die Steigerungslogik? und erlebt vielleicht den Wert des Unverfügbaren?

 

Die Europa Universität Flensburg hat dieses Buch mit dem Programm „EINE UNI EIN BUCH“ ins Zentrum dieses Herbstsemester gestellt, alles Weitere unter #eufsiehtrosa. Wir haben den Impuls aufgenommen und empfehlen dieses Buch zu lesen (dafür sind Bücher ja immer noch da) oder sich durch den Besuch einer Veranstaltung anregen es zu tun, oder einfach nur zu Veranstaltungen zu kommen. Niemand setzt die Lektüre voraus!

 

Kommen sie zu unseren Aufführungen und Gastspielen, auf den Südermarkt zum Melancholia flashmob mit über 100 Schüler*innen und Student*innen, zu den Gastspielen und sehen sie mit uns Kurzfilme und lassen sie uns uns gegenseitig fragen: Wie kommen wir raus aus dieser Steigerung, Beschleunigung, diesem Schneller! Höher! Weiter? Wie geht es Anders weiter?