Ein Hut, ein Stock, ein Rettungsschirm

Die Verkörperung der Krise

Krise

Eigentlich wollten wir etwas ganz anderes machen und dieses Andere war schon geplant.Gleichzeitig bewegt auch uns diese Krise. Als wir in den Tagesthemen dann eine Kundin von Karstadt weinen sahen: „Was sollen wir ohne Karstadt nur machen,Karstadt ist doch der Mittelpunkt unseres Lebens“, da hatten wir das Gefühl, dass die Absurditäten einen Grad erreichen, der uns quasi zwingt, uns dazu zu äußern. Und so haben wir uns um entschieden und beschlossen, einen Abend zur Finanz- und Wirtschaftskrise und ihren Auswirkungen zu gestalten. Wir gründeten das Trendforschungsinstitut „Criservia“, das sich als fiktives Meinungsbefragungsinstitut in der Wirklichkeit herumtrieb, um mit seiner eigenen und eigentümlichen Methode die Auswirkungen der Krise zu untersuchen.

Criservia – Institut zur Erforschung sozio-physiologischer Wechselwirkungen – hat zu einer Präsentation seiner empathisch-empirischen Methode eingeladen. Seit Jahren erforschen Dr. Johannes Kropf und Birte Flusser den Krisenkörper und stellen nun routiniert und kompetent ihre neuesten Forschungsergebnisse vor.

Aber die Krise macht nicht vor der Labortür halt, sondern dringt in die konzentrierte wissenschaftliche Welt ein.

Das Labor macht sich selbstständig, der Boden der Tatsachen schwankt, die Maßstäbe verrücken, Verunsicherung greift um sich und die Präsentation wird ein Spektakel. Einzig unbehelligt bleibt der Chor der fröhlichen Banker. Sie surfen über die Krisen und lassen sich den Optimismus nicht nehmen. An diesem Theaterabend geht es nicht darum, Hintergründe zu erklären, auch nicht darum, Schuldige zu finden oder gar Handlungsempfehlungen zu geben. Das können und wollen wir nicht. Wir bringen die Verhältnisse zum Tanzen und den Krisenkörper zum Sprechen, wir üben uns in

Maßlosigkeit. Wir spielen mit den realen Befragungen realer Menschen und den realen Nachrichten. Ob es ein ernstes Stück über den Irrsinn der Realität oder ein irrsinniges Stück über den Ernst der Lage ist, müssen sie als empathisch-empirische, reflexiv-reflektierende Zuschauer entscheiden.



Regie und Text: Elisabeth Bohde

Musik: Tobias Gnüchtel

Kostüme: Gesine Hansen

Criservia - Design: Günter Aicher

 

Es spielen: Lotta Bohde, Torsten Schütte, Maren Seidel, Johanna Stapelfeldt, Bele Wollesen

 

Premiere: Herbst 2009



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