Die Leerstelle verankern

Nach vielen Aufführungen, Diskussionen, Vorträgen, Filmen, Gesprächen, Ausstellungen Buchveröffentlichungen bei uns, im Schifffahrtsmuseum, in der dänischen Bücherei und an der Europa Universität Flensburg ist es an der Zeit, die geschützten Räume zu verlassen und öffentlichen Raum zu besetzen.

 

Wir wissen alle, die Geschichte der Grenz-, Hafen- und Rumstadt Flensburg ist geprägt von ihrer Kolonialgeschichte, vom Handel mit Zucker und Rum im 17. – 19. Jahrhundert. In dieser Zeit wurde die Stadt reich, aus dieser Zeit stammen die das Stadtbild prägenden Bauten, auf diese Geschichte bezieht sich die Stadt in ihrem Tourismuskonzept. Die tüchtigen Kaufleute, mutigen Seefahrer, Rumproduzenten treten darin als Helden auf. Das alles können wir jeden Tag sehen.

Was wir nicht sehen ist die andere Seite, die westindischen Inseln, die U.S. Virgins Islands, die Geschichte und Schicksale ihrer Bewohner*innen. Sie begründete unseren Reichtum, aber ihre Geschichte ist damals nicht erzählt worden – und wird es bis heute nicht.

 Sie ist die Leerstelle.

Und so verankern wir die Leerstelle im Hafen, halten einen Platz frei, an dem die Geschichte dieser Menschen erzählt werden könnte – sollte.

 

Die Leerstelle wird bis zum 7. Juli im Hafen liegen bleiben. Alle weiteren Informationen, sowie die Onlinepetition für ein Denkmal der Opfer der Flensburger Kolonialgeschichte sind auf der extra errichteten Homepage.