In Kooperation mit dem Theater Triebwerk

bitte betrachten sie mich als einen traum

Kafka lesen

Als Franz Kafka eines Nachmittags seinen Freund Max Brod

besucht und beim Weg durch das Wohnzimmer den auf dem Sofa schlafenden Vater weckt, flüstert er, auf Zehenspitzen weitergehend: „Bitte, betrachten Sie mich als einen Traum“. Der Schlaf, der Halbschlaf, der Traum oder auch nur das schlichte Rumliegen sind der Ausgangspunkt von Kafkas Texten („Nur so kann geschrieben werden, nur in einem solchen Zusammenhang, mit solcher vollständigen Öffnung des Leibes und der Seele.“) und auch in unserer Aufführung von Kafka Texten.

 

„Alle Bücher sind mehr oder weniger durch Adern miteinander

verbunden“ schreibt Yoko Tawada in Opium für Ovid. Das trifft besonders für das „Werk“ von Franz Kafka zu. Werk? Was ist Kafkas Werk? Nur die 350 Druckseiten, die er veröffentlicht hat, oder alles das, was sein Freund Max Brod herausgegeben hat, oder einfach alles, was er geschrieben hat: Tagebücher, Fragmente, Briefe? Die Grenzen sind fließend.

Kafka musste schreiben und gleichzeitig war sein Anspruch an das Geschriebene fast unmenschlich hoch „Die ungeheure Welt, die ich im Kopf habe. Aber wie mich befreien und sie befreien ohne zu zerreißen, als sie in mir zurückhalten oder begraben. Dazu bin ich ja

hier, das ist mir ganz klar.“

 

Konnte es so eine Vollendung geben, ist ein Ende dieser Texte eigentlich denkbar oder macht nicht gerade der Abbruch, das „Scheitern“ sie so spannend? So sind die Fragmente und Tagebücher voll verborgener Kostbarkeiten, dunkler Abgründe und leuchtenden Erkenntnissen. Wir haben die schönsten, die sinnfälligsten, die rätselhaftesten Texte ausgesucht und zu einer neuen Einheit verwoben und sie in einen akustischen wie tatsächlichen raum gestellt, indem sie ihre Wirkung entfalten und zu einer sinnlichen Erfahrung werden. Wir laden Sie ein, einzutauchen in das Gespinst von Kafkas „traumhaften inneren Leben“, das Sie vielleicht an Ihres erinnert.



Textmontage und Regie: Elisabeth Bohde

Raum: Elisabeth Bohde, Roy Spahn

Musik: Uwe Schade (Theater Triebwerk)

Es spielen: Uwe Schade, Torsten Schütte, Elisabeth Bohde

 

Premiere: April 2011


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Bitte betrachten Sie mich als einen Traum Kritik
Bitte betrachten sie mich als einen Trau
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