Schneewittchen spielen

„Wer kann’s am besten?“ fragt eine Computerstimme - und zwei junge Frauen stellen sich. Es geht um die beste Vorleserin. Originalität, Ausdruckskraft, Schönheit, für alles gibt es Punkte, Bewertungen. Sie lesen, erzählen, spielen. Immer weiter geraten sie in das Märchen, spielen Schneewittchen, die Stiefmutter, setzen Zwergen-Mützen auf und ab… Aber die Konkurrenz, das „Wer kann‘s am besten?“ drängt sich immer mehr zwischen die beiden und zerstört den Spaß am Spiel, den Zugang zur Geschichte. Am Ende stehen sie vor einem Scherbenhaufen.

Die alte böse Geschichte von Schneewittchen und der neidischen Stiefmutter - die immer die Schönste sein will - bekommt auf diese Weise Aktualität, denn unser Leben wird mehr und mehr vom Wettbewerb bestimmt: in Casting-Shows, an Arbeitsplätzen, auf Facebook. Es wird Engagement, Teamgeist, Lockerheit, Schönheit ja sogar Spaß bewertet. Jeder wird mit jedem verglichen, man darf sich nicht blamieren. Schon unter Kindern herrscht dieser Stress und wie schnell wird der scheinbare Verlierer zum Opfer, das gemobbt wird.

"Schneewittchen spielen" ist unterhaltsam, denn es entfaltet mit sparsamen aber sehr effektvollen Mitteln auf der leeren Bühne ein Spiel auf doppeltem Boden; was sind die Gemeinheiten der Stiefmutter und was die der Spielerinnen? Wer benutzt die Geschichte um sich in den Vordergrund zu spielen? Und wie bewertet das Publikum die Schauspielerinnen? 

Es spielen: Anaela Dörre und Lotta Bohde
Text und Regie: Elisabeth Bohde
Schauspielregie: Torsten Schütte
Kostüme: Gesine Hansen
Dauer: 50 Minuten

Bild zum StückBild zum StückBild zum StückVideo zum Stück

Kritik 

"Und man erlebt ein virtuoses Spiel zwischen den Ebenen, zwischen denen die beiden Schauspielerinnen...ständig hin und her wechseln. Wenn die beiden die Handlung der berühmten Grimm-Story vorantreiben, fallen sie immer wieder in die Rolle des Märchens...Ganz wunderbar gerät Schneewittchens erster Auftritt mit einem Kostüm, das die typische Pilkentafel-Kreativität versinnbildlicht." Joachim Pohl, Flensburger Tageblatt 16.02.2015

 

Geschichte

Premiere am 14.02.2015 

Zum Repertoire

Zum Spielplan